Produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahmen (PIK)

Eingriffsregelung und Artenschutz

widdersdorf-13-8-2007_010

Eine Baumaßnahme – der Eingriff

Wird ein Eingriff, beispielsweise ein Bauvorhaben, realisiert, ist der Vorhabenträger (Eingriffsverursacher) nach dem Verursacherprinzip der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung in den meisten Fällen verpflichtet, naturschutzfachlich abgestimmte Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sowie ggf. Artenschutzmaßnahmen (Kompensationsmaßnahmen) auf seine Kosten zu planen und dauerhaft umzusetzen. In der Regel übernehmen vom Vorhabenträger beauftragte Gutachterbüros die Planung der Naturschutzmaßnahmen.
Zusätzlich ist die Beauftragung geeigneter Maßnahmeträger wie unserer Stiftung zielführend, welche die Umsetzungs- und Pflegekoordination der Maßnahmen verantwortlich durchführen. Denn: Wenn Eingriffe nicht verhindert werden können, sollten sie zumindest hochwertig kompensiert werden. Voraussetzungen für hochwertige Maßnahmen sind sorgfältiges Flächen- und Maßnahmenmanagement, gewissenhafte Herstellung sowie dauerhafte Pflege und Betreuung der Kompensationsmaßnahmen.

 

Unsere Leistung…

… für Landwirtschaft

 

Herstellung einer Naturschutzmaßnahme - hier: Einsaat eines Blühstreifens

Herstellung einer Naturschutzmaßnahme – hier: Einsaat eines Blühstreifens

Für die oben genannte komplexe Aufgabenstellung bieten wir erfolgreiche Lösungen an. Dazu kooperieren wir mit Landwirten, zuweilen auch mit Forst- oder Gartenbauunternehmen, die gemeinsam mit uns Kompensationsmaßnahmen auf ihren Flächen von der Herstellung (Einsaat, Pflanzung, Zaunbau etc.) bis zur regelmäßigen Pflege (Mahd, Beweidung etc.) umsetzen. Mit dem Landnutzer schließen wir einen Bewirtschaftervertrag. Er erhält eine Vergütung für Ertragseinbußen bzw. wird für seinen Mehraufwand entlohnt. Wir betreuen die Umsetzung fachlich und führen regelmäßig – mindestens einmal im Jahr – eine Flächenkontrolle durch, um die vertraglich gesicherte Qualität der Maßnahme zu gewährleisten.

Die Land- und Forstwirte verfügen über die erforderliche Maschinenausstattung oder geeignete Nutztiere zur Umsetzung der Maßnahmen. Sie bringen ihr Fachwissen und ihre praktische Erfahrung in der detaillierten Umsetzung vor Ort ein.

So stellen wir einerseits die naturschutzkonforme Bewirtschaftung sicher und können andererseits dauerhaft landwirtschaftliche Nutzflächen als prägende Bestandteile der Kulturlandschaften erhalten.

Im Rheinland sind – mit steigender Tendenz – rund 65 % der landwirtschaftlichen Betriebsflächen zugepachtet (Stand 2011). Besonders in Regionen, in denen hohe Pacht- und damit geringe Eigentumsanteile bei den Flächen bestehen, kann der Verlust wichtiger Pachtflächen existenzbedrohend für einen Betrieb sein.

 

…und Naturschutz

 

Der deutlich überwiegende Anteil der Eingriffe erfolgt in sogenannten Offenlandbiotopen (Wiesen, Weiden, Äcker etc.). Nicht selten herrscht die Auffassung, dass Aufforstungen für den Vorhabenträger vermeintlich einfach und kostengünstig umzusetzen seien. Hieraus resultiert, dass Eingriffe auch in Offenlandbiotopen häufig durch die Aufforstung von Ackerflächen ausgeglichen werden. Dies genügt jedoch in der Regel nicht den funktionalen Ausgleichsansprüchen für Eingriffe in Acker oder Grünland. Bei Maßnahmen im Offenland ist ein geeigneter Maßnahmeträger besonders wichtig, der sowohl fachlich als auch organisatorisch eine dauerhafte, qualitativ hochwertige Umsetzung der produktionsintegrierten Maßnahmen gewährleistet.

 

Mehr Licht und Platz für Wildpflanzen und -tiere: Doppelter Reihenabstand im Getreide - eine Maßnahme zur Extensivierung von Ackerflächen. In Kombination mit einer Reduktion von Düngung und Pflanzenschutzmitteln finden auch einige Ackerwildkräuter Platz. Ihre Blüten locken Insekten an, die als Nahrung für die zwischen den locker stehenden Getreidehalmen nistenden Feldvögel dienen.

Mehr Licht und Platz für Wildpflanzen und -tiere:
Doppelter Reihenabstand im Getreide – eine Maßnahme zur Extensivierung von Ackerflächen. In Kombination mit einer Reduktion von Düngung und Pflanzenschutzmitteln finden auch einige Ackerwildkräuter Platz. Ihre Blüten locken Insekten an, die als Nahrung für die zwischen den locker stehenden Getreidehalmen nistenden Feldvögel dienen.

Durch die Einbindung der Stiftung können wichtige Biotope wie Extensiväcker, Feldraine, Säume und Extensivgrünland geschaffen und langfristig erhalten werden.

Einbindung in die Planungsphase und vertragliche Regelungen

Bereits in der Planungsphase kann der Vorhabenträger an uns herantreten und einen Maßnahmeübernahmevertrag über Planung und/oder Durchführung festgelegter Kompensationsmaßnahmen abschließen. Genehmigungsbehörde und Kommune können als dritte Vertragspartner eingebunden werden. Gerne übernehmen wir für den Vorhabensträger vertraglich geregelt die Flächenbereitstellung und dauerhafte Maßnahmenumsetzung bzw. -sicherung gemäß den Vorgaben der Genehmigungsbehörden.

In diesem Vertrag werden Art, Umfang und Honorierung der Leistung geregelt. Dazu gehören beispielsweise die Festlegung der Laufzeit sowie unsere Verpflichtung, die Herstellung, Pflege, Sicherung und Kontrolle der genau beschriebenen Maßnahmen zu gewährleisten. Unsere weiteren Aufgaben sind – neben der Entwicklung und Abstimmung der Maßnahmen mit den Fachplanern und -behörden sowie der Akquisition und Bereitstellung geeigneter Flächen – die Beratung und Betreuung der Bewirtschafter. Hohe Qualität und naturschutzkonforme Umsetzung der Maßnahmen sind unser Anspruch. Dies gewährleisten wir durch regelmäßige Kontrolle, Dokumentation und Austausch mit den zuständigen Behörden sowie den Vorhabensträgern.

 

 

Sicherung der Kompensationsmaßnahmen

Stiftung Rheinische Kulturlandschaft als Maßnahmenträger

Stiftung Rheinische Kulturlandschaft als Maßnahmenträger

Uns ist wichtig, dass eine dauerhafte Flächen- und Maßnahmensicherung gegeben sind. Die konkrete Umsetzung der Maßnahmen kann auf eigenen Flächen der Stiftung, Flächen im öffentlichen Eigentum, auf grundbuchlich gesicherten oder langfristig gepachteten Flächen geschehen. Art und Dauer der Flächenbereitstellung werden von uns mit den Eigentümern unter Einbindung der Bewirtschafter geregelt.

Die Maßnahme wird monetär und treuhänderisch über uns gesichert. Hierzu leistet der Vorhabensträger eine Einmalzahlung für die Herstellung, langfristige Pflege und Kontrolle.

 

Ökokonto und Flächenpool

In einem Ökokonto werden bereits umgesetzte und numerisch bewertete Naturschutzmaßnahmen dokumentiert und in Form von Ökopunkten gutgeschrieben.

Dagegen werden in einem Flächenpool geeignete Flächen, auf denen jedoch noch keine konkrete Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen erfolgt ist, für zukünftige Kompensationen vorgehalten.

Wir verfügen in zahlreichen Kreisen und Kommunen im Rheinland über umfangreiche Ökokonten bzw. Flächenpools.