Erfolgreicher Artenschutz mit der Landwirtschaft!

Tagung der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft „Artenschutz mit der Landwirtschaft - kein Problem?!“

Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen und RLV-Hauptgeschäftsführer Willi Bennerscheidt
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Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen und
RLV-Hauptgeschäftsführer Willi Bennerscheidt

HINWEIS: Alle Fotos sind zum Herunterladen geeignet.
Quelle: Andrea Bahrenberg

(12.04.2010) „Die Landwirtschaft wird häufig als Hauptverursacher des Artensterbens angeprangert. Tatsächlich gab und gibt sie Arten wie Feldlerche, Kiebitz, Hamster und Co aber erst ihren Lebensraum. Daher ist der Erhalt dieser Arten auch nur gemeinsam mit der Landwirtschaft möglich und sinnvoll.“ Das machte Friedhelm Decker, Vorsitzender der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft, bei der Tagung der Stiftung am 12.04.10 in der Andreas Hermes Akademie in Bonn deutlich.

Friedhelm Decker, Vorsitzender der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft und RLV-Präsident
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Friedhelm Decker, Vorstandsvorsitzender der Stiftung
Rheinische Kulturlandschaft und RLV-Präsident

Welche Rolle die Landwirtschaft bei nationalen und internationalen Verpflichtungen aus Sicht der Bundesregierung spielt, erklärte Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen während der Tagung. Namhafte weitere Referenten wie Prof. Dr. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), sowie Dr. Martin Woike, Abteilungsleiter im Düsseldorfer Umweltministerium diskutierten über Möglichkeiten und Grenzen des kooperativen Artenschutzes auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Auch wurden gute Beispiele aus der Praxis bekannt gemacht und diskutiert.

„Die Landwirtschaft ist nicht nur historisch gesehen der wichtigste Produzent von Biodiversität in Deutschland; ohne sie wäre in Deutschland die biologische Vielfalt deutlich geringer als sie derzeit ist“, betonte Decker in seinem Eingangsstatement. Der fortschreitende Flächenverlust und der Intensivierungsdruck, unter dem der Agrarsektor steht, verlangten nach kooperativen Wegen zur Umsetzung von Artenschutzbelangen in der landwirtschaftlich genutzten Fläche.

Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen und Friedhelm Decker, Vorsitzender der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft und RLV-Präsident
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Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen und Friedhelm
Decker, Vorsitzender der Stiftung
Rheinische Kulturlandschaft und RLV-Präsident

Zahlreiche Landwirte würden freiwillig an Agrarumwelt- und Vertragsnaturschutzprogrammen teilnehmen. „Heute ist bereits jeder dritte Hektar an einem Agrarumweltprogramm beteiligt“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung.

Um dieses Konzept der freiwilligen Kooperation zwischen Landwirtschaft und Naturschutz sowie des Prinzips „Naturschutz durch Nutzung“ zu fördern, hat der Rheinische Landwirtschafts-Verband in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer NRW vor sieben Jahren die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft gegründet.

Prof. Dr. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN)
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Prof. Dr. Beate Jessel, Präsidentin des
Bundesamtes für Naturschutz (BfN)
Biologische Vielfalt und Landwirtschaft: Eine Beziehung mit Zukunft! (5,76 MB)

„Ziel ist es, die Schönheit und Eigenart sowie die Biotop- und Artenvielfalt der rheinischen Kulturlandschaften zu erhalten und weiter zu entwickeln“, erklärte Thomas Muchow, Geschäftsführer der gemeinnützigen Stiftung. Hierzu würden auch die Umsetzung und dauerhafte Sicherung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen etwa bei Bebauungsvorhaben sowie von zielgerichteten Artenschutzmaßnahmen beitragen. Die Stiftung verfüge im Rheinland über zahlreiche Ökokonten. Rund 500 ha Fläche hätten Landwirte der Stiftung für Maßnahmen angeboten. Zudem würden bereits Naturschutzprojekte auf 200 ha umgesetzt, weitere 200 ha seien derzeit in der Planung.

Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen
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Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen

Im weiteren Verlauf der Tagung wurden die Anforderungen und Lösungsmöglichkeiten bei der Umsetzung von Vorgaben in die Praxis von Referenten der Landwirtschaftskammer und des Umweltministeriums erörtert. Ergänzt wurde die Diskussion durch Vorstellung einer konkreten Artenschutzstrategie am Beispiel der Stadt Aachen. Dabei stellte Elmar Wiezorek vom Umweltamt der Stadt Aachen heraus: „Der Landwirt ist nicht der Verursacher der Eingriffe und ihm ist auch nicht zuzumuten, für die Verursacher oder für die öffentliche Hand wirtschaftliche Nachteile zu erleiden. Daher ist eine Entschädigung ein realistischer und fairer Ausgleich für Ertragseinbußen und Bewirtschaftungserschwernisse.“ Landwirt Georg Grooten aus Aachen informierte die Tagungsteilnehmer, wie er durch extensive Grünlandbewirtschaftung und eine Streuobstwiese Steinkäuzen neuen Lebensraum bereitstellt.

Die Tagung (479KB) wurde finanziell unterstützt von der Landwirtschaftlichen Rentenbank.

                     Hinweis an die Redaktion:

Gaben vorab in einer Pressekonferenz ihr Statement ab(v.l.n.r.): Friedhelm Decker, Vorsitzender der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft und RLV-Prä⁞sident, Prof. Dr. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Mark vom Hofe, Vorsitzender des Stiftungsrats der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft, und Moderator Stefan Sallen.
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Gaben vorab in einer Pressekonferenz ihr Statement ab (v.l.n.r.):
Friedhelm Decker, Vorsitzender der Stiftung Rheinische
Kulturlandschaft und RLV-Präsident, Prof. Dr. Beate Jessel,
Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Mark vom
Hofe, Vorsitzender des Stiftungsrats der Stiftung Rheinische
Kulturlandschaft und Moderator Stefan Sallen.

Auch in Ihrer Region setzen sich Landwirte für den Artenschutz ein. Auf der Internetseite der Stiftung oder des RLV finden Sie vier Beispielartikel (Steinkauz, Kiebitz, Feldlerche, Kreuzkröte) mit Fotomaterial. Gerne vermittelt Ihnen die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft oder die RLV-Pressestelle weitere Adressen von Landwirten direkt aus Ihrer Region.

Tagungsflyer mit Programm.pdf (479,21 KB)

Kurzfassungen  (183,29 KB) der Tagungsbeiträge der Referenten

   
 
Dr. Martin Woike
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Elisabeth Verhaag
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Dr. Martin Woike
Abteilungsleiter im MUNLV NRW
Umsetzung des Artenschutzes in NRW (22,95 MB)










































Elisabeth Verhaag
Landwirtschaftskammer NRW
Artenschutz aus Sicht der Landwirtschaftskammer.pdf (6,69 MB)


 
Thomas Muchow
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Thomas Muchow
Stiftung Rheinische Kulturlandschaft
Artenschutz mit der Landwirtschaft - Das Stiftungsmodell    (1,45 MB)


Elmar Wiezorek, Leiter des Umweltamtes der Stadt Aachen
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Elmar Wiezorek, Leiter des
Umweltamtes der Stadt Aachen
Artenschutzstrategie der Stadt Aachen (4,60 MB)

 
Dr. Richard Raskin, Raskin Umweltplanung und Umweltberatung
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Dr. Richard Raskin, Raskin
Umweltplanung und
Umweltberatung

Artenschutz und Planung im Einklang  (27,47 KB) 

Georg Grooten
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Landwirt Georg Grooten aus Aachen
führt Maßnahmen für den Steinkauz durch.
Er berichtete auf der Tagung über seine
Erfahrungen mit Artenschutzmaßnahmen
aus Sicht des Praktikers.
Artenschutz - Umsetzung aus Sicht eines Landwirts aus Aachen (8,39 MB)

 

Schauen Sie auch den ZDF-Bericht vom 12.04.10 zum Thema (wählen Sie "Artenschützer appellieren an Landwirte" aus):

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/startseite/#/beitrag/video/1017930/ZDF-heute-in-Deutschland-vom-12042010

Hören Sie einen Bericht vom 12.04.10 über die Tagung im Deutschlandfunk:

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/umwelt/1161655/      

Der Schutz der Biologischen Vielfalt (Biodiversität) als Herausforderung der kommenden Jahrzehnte stand im Mittelpunkt eines Gespräches zwischen Prof. Dr. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), RLV-Präsident Friedhelm Decker(1.v.r.), Tobias Marchand, Geschäftsführer der Bayer CropScience Deutschland GmbH (2.v. r) und Thomas Muchow, Geschäftsführer der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft (1.v.l.) am Rande der Tagung „Artenvielfalt mit der Land- wirtschaft – kein Problem!?“ am 12. April in Bonn Röttgen. Die Stiftung  und Bayer CropScience starten zum inter- nationalen Jahr der Biodiversität eine Kooperation zum Ackerwildkrautschutz. Mit dem gemeinsamen Projekt möchte man einen Beitrag zur Förderung und Erhaltung der biologischen Vielfalt leisten. Besonders wichtig ist es dabei zu zeigen, dass eine Koexistenz von moderner Landwirtschaft und zeitgemäßem Artenschutz möglich ist. Auf acht Versuchsstandorten von Bayer CropScience in Deutschland sollen Blühstreifen mit typischen Arten der Feldraine wie z. B. Klatschmohn und Rainfarn angelegt werden, um Landwirten und Besuchern modernes Anbau- management vorzustellen.
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Der Schutz der Biologischen Vielfalt (Biodiversität) als Herausforderung der kommenden Jahrzehnte stand im Mittelpunkt eines Gespräches zwischen Prof. Dr. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), RLV-Präsident Friedhelm Decker (1.v.r.), Tobias Marchand, Geschäftsführer der Bayer CropScience Deutschland GmbH (2.v. r) und Thomas Muchow, Geschäftsführer der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft (1.v.l.) am Rande der Tagung „Artenvielfalt mit der Landwirtschaft – kein Problem!?“ am 12. April in Bonn Röttgen.
Die Stiftung und Bayer CropScience starten zum internationalen Jahr der Biodiversität eine Kooperation zum Schutz seltener Ackerwildkräuter. In dem Projekt werden Wildkräuter gesammelt, vermehrt und auf entsprechend angepasst bewirtschaftete Äcker ausgebracht. Mit dem Projekt möchte man einen Beitrag zur Förderung und Erhaltung der biologischen Vielfalt leisten. Wichtig ist es dabei zu zeigen, dass eine Koexistenz von moderner Landwirtschaft und zeitgemäßem Artenschutz möglich ist. Nebenbei sollen zusätzlich auf acht Versuchsstandorten von Bayer CropScience in Deutschland Blühstreifen mit typischen Arten der Feldraine wie z. B. Klatschmohn und Rainfarn angelegt werden, um Landwirten und Besuchern modernes Anbaumanagement vorzustellen.

HINWEIS: Alle Fotos sind zum (kostenlosen) Herunterladen geeignet.
Quelle: Andrea Bahrenberg