Landwirte ackern für die Vielfalt

Internationaler Tag der biologischen Vielfalt

Feldlerche
volle Auflösung

Feldlerche (Alauda arvensis)

(22.05.2010) Wenn Spaziergänger in der Feldflur die Ohren spitzen, können sie den Gesang der Feldlerchen vernehmen und außerdem die Lerchen bei ihrer Brutpflege und am Himmel beobachten. Damit dies weiterhin möglich bleibt, setzt sich die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft gemeinsam mit Landwirten für die Feldvögel ein.

„Die Feldlerche steht inzwischen auf der Roten Liste der bedrohten Vogelarten in NRW, ihr Bestand ist seit den 80er Jahren um etwa 75 % zurück gegangen“, sagte Thomas Muchow, Geschäftsführer der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft „dem möchten wir entgegenwirken!“ In zahlreichen Naturschutzprojekten hilft die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft mit, die biologische Vielfalt zu fördern. „Wir möchten den Pflanzen- und Tierarten der rheinischen Feldflur weiterhin ermöglichen, Lebensräume in den von Landwirten bewirtschafteten Flächen zu finden. Schließlich ist die biologische Vielfalt im Rheinland erst durch die jahrhundertelange Bewirtschaftung durch die Landwirte entstanden und sollte gemeinsam mit den Landwirten erhalten werden“ berichtet Thomas Muchow.

Die Feldlerche hat in den vergangenen Jahrzehnten ihren Lebensraum-Schwerpunkt in landwirtschaftlich genutzten Flächen gefunden – sie brütet nämlich inmitten der offenen Feldflur. Inzwischen haben die Ackerbauern und  Pflanzenzüchter allerdings große Fortschritte gemacht, um durch höhere Erträge den wirtschaftlichen Bedingungen standhalten zu können. Dadurch sind die Pflanzenbestände sehr dicht geworden. Die Feldlerchen finden deutlich weniger Brutmöglichkeiten im Getreideschlag. Dies soll sich wieder ändern. Landwirte, die im Herbst Getreide aussäen, werden auch in diesem Jahr wieder ihre Sämaschine für einen kurzen Moment anheben. So entsteht eine Fehlstelle im Feld – ein Lerchenfenster. Schon im Jahr 2009 haben rheinische Landwirte rund 3.000 Lerchenfenster in ihren Äckern angelegt.

Die Landwirte erhalten für den Ertragsverlust eine pauschale Entschädigung, für die das nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerium Mittel zur Verfügung stellt. Unterstützend sind auch der Dachverband der Biologischen Stationen in NRW sowie die Landwirtschaftskammer am Projekt beteiligt. Die Bezirksregierungen helfen bei der Verwaltung und Abrechnung der Fördermittel. Interessierte Landwirte können sich bereits jetzt bei der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft melden.