Summendes Rheinland - Landwirte für Ackervielfalt

Schmalbiene auf Wiesen-Schafgarbe
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Schmalbiene (Lasioglossum sp.), die mit 5-7 cm Körpergröße zu einer
der kleinsten einheimischen Wildbienen gehört, auf Wiesen-Schafgarbe
(Achillea millefolium).

Seit dem 01. Oktober 2013 führt die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft das Projekt „Summendes Rheinland - Landwirte für Ackervielfalt" durch. Ziel ist es, die Lebensbedingungen für bestäubende Insekten in der Niederrheinischen Bucht im Dreieck zwischen Köln, Bonn und Aachen, einer intensiv genutzten Ackerbauregion, zu verbessern.

Vor allem Wildbienen, aber auch Honigbienen und andere Insekten wie Schwebfliegen und Schmetterlinge, erbringen durch die Bestäubung eine wichtige ökologische Dienstleistung. Sie spielen somit eine bedeutende Rolle für die Sicherung landwirtschaftlicher Erträge und für den Erhalt von Wildpflanzen.

Nähere Informationen über die Bedeutung von Wildbienen im Infoblatt  Warum Wildbienen fördern 



Logo des Bundesprogramms Biologische Vielfalt

Doch gerade in landwirtschaftlich intensiv genutzten Regionen liegen häufig erschwerte Lebensbedingungen für diese Bestäuber vor. Die fruchtbaren Böden der Bördelandschaften eignen sich in besonderem Maße für den Anbau von Nahrungsmitteln. Daraus resultieren in der Regel baum- und heckenarme, von Getreidekulturen dominierte Regionen. Dort mangelt es an für Bestäuber wichtigen Strukturen wie blühende Säume, Feldränder, Zwischenfrüchte oder andere Kulturpflanzen. Besonders nach der Blüte weit verbreiteter Kulturpflanzen wie dem Raps fehlt es vielerorts an Nektar- und Pollenquellen.

Bunt blühender Felrain in der rheinischen Börde
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Blütenreicher Feldrain in der rheinischen Bördelandschaft

Vor diesem Hintergrund setzt sich die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft mit diesem über das Bundesprogramm Biologische Vielfalt geförderten Projekt für ein erhöhtes Blütenangebot in der Ackerbauregion zwischen Aachen, Köln und Bonn ein. Mit einem erhöhten Blüten- und damit Insektenangebot verbessern sich gleichzeitig auch die Lebensbedingungen für viele andere Tierarten wie z. B. der Feldlerche und der Grauammer, für die Insekten ein wichtiger Nahrungsbestandteil sind.

Flyer zum Projekt Summendes Rheinland   


Kooperation mit Landwirten als Erfolgsrezept

Im Projekt wird mit Hilfe blühender Strukturen gezeigt, wie in Zusammenarbeit mit ortsansässigen Landwirten für Bestäuber wirksame Naturschutzmaßnahmen umgesetzt werden können. Im Sinne eines kooperativen Naturschutzes wird Wert darauf gelegt, dass sich die geförderten Maßnahmen sowohl in die Abläufe der landwirtschaftlichen Betriebe integrieren lassen als auch einen messbaren ökologischen Mehrwert für Wildbienen und weitere bestäubende Insekten aufweisen.

Nähere Informationen über die Lebensraumansprüche von Wildbienen im Infoblatt Lebensraumansprüche Wildbienen .

Zwischenfrüchte und Feldsäume im Fokus

Blühende Zwischenfruchtmischung z. B. mit Sonnenblumen, Phacelia
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Acker, der mit einer blühenden Zwischenfruchtmischung
als Spätsommer-Futterquelle für Insekten eingesät wurde.

Gegen Ende des Sommers sorgen blühende  Zwischenfrüchte    bis in den Herbst hinein für eine Verbesserung des Nahrungsangebots. Sie stellen nicht nur eine attraktive Nahrungsquelle dar und bringen Farbe ins Feld, sondern bieten auch vielen Tieren wertvolle Überwinterungsmöglichkeiten.

Gleichzeitig widmet sich das Projekt der Aufwertung von Feldsäumen. Die bisher häufig schmalen, grasreichen und blütenarmen Feldraine bergen ein großes Lebensraumpotential für bestäubende Insekten, wenn sie mit einer für Bestäuber optimierten Blühmischung angelegt und durch ein entsprechendes Pflegemanagement langfristig erhalten werden.

Als zusätzliche Brut- und Überwinterungsmöglichkeiten dienen sogenannte Gabionen : Die mit unterschiedlichem Nistmaterial befüllten Drahtgitterkörbe werden an geeigneten Stellen in der Feldflur platziert und bieten verschiedenen Wildbienen und anderen Insekten einen Platz zum Nisten.

Das Projekt wird mit einem faunistischen Monitoring begleitet, um den ökologischen Mehrwert der Maßnahmen zu prüfen.

 Hilfestellung für die Angaben im Flächenverzeichnis   

Öffentlichkeitsarbeit

Die projektbegleitende Öffentlichkeitsarbeit soll sowohl den landwirtschaftlichen Berufsstand als auch die Bevölkerung vor Ort für die Belange des Natur- und Artenschutzes, insbesondere für die Bedürfnisse von Bestäubern, sensibilisieren.

Übertragbarkeit

Die aus dem Projekt gewonnenen Erkenntnisse stehen für die Weiterentwicklung von Agrarförderprogrammen zur Verfügung, um die Maßnahmen langfristig – auch in ähnlich strukturierten Regionen in Deutschland – zu etablieren.

Das Projekt wird zunächst bis zum 30. September 2017 durchgeführt.

Ansprechpartner bei der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft ist Dr. Heiko Schmied,
Fon 0 22 8 - 90 90 721-2, E-Mail h.schmied@rheinische-kulturlandschaft.de

Abbildung der Logos der Förderer des Projektes


Das Projekt „Summendes Rheinland - Landwirte für Ackervielfalt“ ist Teil des Projektverbunds „Lebendige Agrarlandschaften – Landwirte gestalten Vielfalt!“

Logo Lebendige Agrarlandschaften

Biodiversitätstagung am 25.02.2016

Am 25.02.2016 fand eine Tagung zum Thema „Biodiversität in der Agrarlandschaft: Von der Strategie zur praktischen Umsetzung“ in Köln-Auweiler statt.

Programm

Zusammenfassung und Vorträge der Tagung


Zwischenfruchttagung am 10.12.2014

Am 10.12.2014 fand eine Tagung zum Thema "Zwischenfrüchte und Biodiversität" im Rahmen des Projekts "Summendes Rheinland - Landwirte für Ackervielfalt" statt.

Programm

Zusammenfassung und Vorträge der Tagung