Bundesweites Ackerwildkrautprojekt „Unkraut vergeht nicht – stimmt nicht!“

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Das bundesweite Projekt „Unkraut vergeht nicht – stimmt nicht!“ leistet einen Beitrag zur Förderung und Erhaltung der gefährdeten Ackerwildkrautflora Deutschlands.

Hervorgegangen ist es aus dem gleichnamigen Modellprojekt im Rheinland, dessen Konzept nun schrittweise auf das gesamte Bundesgebiet ausgeweitet werden soll. Die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft koordiniert das Projekt, die Umsetzung vor Ort übernehmen fachkundige regionale Partner. Unterstützt wird das Projekt von Bayer.

Kern des Projektkonzeptes sind drei Projektschritte, die für jedes Projektgebiet getrennt durchgeführt werden:

  1. Naturverträgliche Sammlung von Samen gefährdeter Ackerwildkräuter
  2. Einsaat der gesammelten Samen in Beeten zur Vermehrung
  3. Wiederansiedlung der so gewonnenen Samen auf geeigneten Äckern

pdf Flyer des bundesweiten Ackerwildkrautprojekts

 

 

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Auszeichnung der UN-Dekade für Biologische Vielfalt im Jahr 2016

 

 

Im Rahmen der UN-Dekade Biologische Vielfalt wurde das bundesweite Projekt im Jahr 2016 als Weiterentwicklung des ursprünglichen rheinischen Modellprojektes ausgezeichnet.

Weitere Informationen zur UN-Dekade-Wiederauszeichnung während der Tagung „Biodiversität in der Kulturlandschaft“ am 9. Juni 2016 in Berlin.

 

Regionale Partner

Ausgehend vom Rheinland (Nordrhein-Westfalen) soll das Projektkonzept von „Unkraut vergeht nicht – stimmt nicht“ auf alle Bundesländer Deutschlands übertragen werden.

Hierzu werden vor Ort fachkundige regionale Partner für die Sammlung, Vermehrung und Wiederansiedlung von Ackerwildkräutern benötigt.

Bundesweites Ackerwildkrautprojekt bei der IGW 2017

Schatzkarten im Einsatz (v.r.n.l.): Thomas Muchow, Geschäftsführer Stiftung Rheinische Kulturlandschaft, Erich Gussen, Stiftungsratsmitglied der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft und am Projekt teilnehmender Landwirt, Prof. em. Dr. Wolfgang Schumacher, stv. Vorstandsvorsitzender Stiftung Rheinische Kulturlandschaft, Friedhelm Decker, Vorstandsvorsitzender Stiftung Rheinische Kulturlandschaft, und Dominik Himmler (l.), Geschäftsführer Bayerische KulturLandStiftung, informieren Dr. Helmut Schramm (2.v.l.), Geschäftsführer Bayer CropScience Deutschland GmbH, über die aktuellen Entwicklungen im bundesweiten Ackerwildkrautprojekt.

 

 

Regionale Partner konnten bereits in folgenden Bundesländern gewonnen werden:

 

Bayern

In Bayern unterstützt die Bayerische KulturLandStiftung das Projekt als Umsetzungspartner. Der rheinische Projektansatz wird in Zusammenarbeit mit der TU München im eigenständigen Projekt „Ackerwildkräuter für Bayerns Kulturlandschaft“ weitergeführt.

Das Projekt wird in fünf Naturräumen Bayerns auf sandigen, kalkhaltigen und wechselfeuchten Böden durchgeführt.

 

Ackerwildkraut-Flyer Stiftung Bayerische Kulturlandschaft

 

 

Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz setzt sich als regionaler Partner im Rahmen des Projektes „Unkraut vergeht nicht – stimmt nicht“ Dr. Sven Wehke (WEHKE – Naturschutz und Landwirtschaft) für den Ackerwildkrautschutz ein.
Der Diplom-Landschaftsökologe war bereits im deutschlandweiten Projekt „100 Äcker für die Vielfalt“ als Ackerwildkrautexperte tätig. Hier war er für die Regionalkoordination im Projektgebiet „West“ zuständig.

Ein Vermehrungsstandort für Rheinland-Pfalz befindet sich im Freilichtmuseum Roscheider Hof in Konz. Beim Bauerntag im September 2016 wurde auch das Ackerwildkraut-Projekt den Besuchern vorgestellt.
Video zum Bauerntag 2016

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Großer Frauenspiegel (Legousia speculum-veneris) Bild: Dr. Sven Wehke

 

 

Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt ist seit 2017 die Stiftung Kulturlandschaft Sachsen-Anhalt im Rahmen des bundesweiten Projektes für den Ackerwildkrautschutz aktiv.

Projektgebiete werden die Magdeburger Börde und die Kalkscherbenäcker der Saale-Unstrut-Region sein.

Sachsen-Anhalt Ackerwildkraut Schatzkarte

 

 

Aktivitäten im Rheinland

Die Inhalte des rheinischen Modellprojektes werden von der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft auch nach Ende des rheinischen Projektes im Jahr 2014 weitergeführt.

Der inhaltliche Schwerpunkt im Rheinland liegt derzeit auf der Wiederansiedlung der gefährdeten Ackerwildkräuter.

Acker-Wachtelweizen (Melampyrum arvense)