Rheinisches Ackerwildkrautprojekt „Unkraut vergeht nicht – stimmt nicht!“

Kornrade

Das Projekt zum Schutz bedrohter rheinischer Ackerwildkräuter wurde im Frühjahr 2010 von der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft gestartet.

Mit finanzieller Unterstützung der Bayer CropScience Deutschland GmbH wurden seltene Ackerwildkräuter naturraumspezifisch gesammelt und vermehrt. Ziel ist es, sie auf geeigneten Äcker in der Region auszubringen, wo sie ursprünglich vorgekommen sind.

pdf Ackerwildkrautprojekt-Flyer.pdf

 

Das Ackerwildkrautprojekt wurde im April 2013 als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet.

Das Ackerwildkrautprojekt wurde im April 2013 als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet.

Hintergrund

Derzeit befinden sich im Rheinland über 75 Pflanzenarten der Äcker auf der Roten Liste der Pflanzen NRWs. Im Mittelpunkt des Projektes steht die Bewahrung der biologischen Vielfalt unserer heimischen Ackerwildkräuter. Zugleich profitiert die Fauna der Feldflur, da ein vielfältiges Ackerwildkrautspektrum zahlreichen Tierarten wie Insekten, Spinnen und Feldvögeln als Nahrungs-, Paarungs-, Brut- und Rückzugshabitat dient.

Vorgehensweise

1. Naturraumspezifische und naturverträgliche Sammlung der Samen ausgewählter Ackerwildkräuter
pdf Anleitung für das Sammeln der Ackerwildkräuter

2. Vermehrung der Arten in Beeten
pdf Leitfaden Kultivierung Ackerwildkräuter

3. Verwendung des so gewonnenen Saatguts zur
– erneuten Aussaat auf extensiv bewirtschafteten Äckern (In-situ-Erhaltung)
– Ex-situ-Erhaltung in einer Saatgutbank.

 

 

Im LVR-Freilichtmuseum Kommern wurden mit Unterstützung der Museumsmitabeiter im Herbst 2010 Vermehrungsbeete angelegt. Am 14. April 2011 wurde das Projekt dem Ökologischen Beirat des Museums vorgestellt.

Im LVR-Freilichtmuseum Kommern wurden mit Unterstützung der Museumsmitabeiter im Herbst 2010 Vermehrungsbeete angelegt. Am 14. April 2011 wurde das Projekt dem Ökologischen Beirat des Museums vorgestellt.

Die Samen werden getrennt in verschiedenen Naturräumen (Niederrheinisches Tiefland, Niederrheinische Bucht, Eifel mit Siebengebirge, Süderbergland) des Rheinlandes gesammelt, um eine Florenverfälschung zu vermeiden. Das gesammelte Saatgut wird naturraumspezifisch in Beeten vermehrt.

Eine anschließende Wieder-Aussaat der geernteten Samen kann auf Getreideäckern im Naturraum erfolgen, die in Folge langjähriger intensiver Bewirtschaftung nur noch über geringe Samenvorräte im Boden verfügen.

Die Stiftung besitzt mehrere Hektar eigene und gesicherte Ackerflächen, welche im Rahmen von Kompensationsmaßnahmen langfristig extensiv bewirtschaftet werden und die nach Prüfung des noch vorhandenen Samenpotentials im Boden ggf. für eine Ausbringung von Ackerwildkräutern in Abstimmung mit den Unteren Landschaftsbehörden in Frage kommen. Die Samen werden nur dort ausgebracht, wo die Pflanzen ursprünglich ihren Standort hatten. Für den langfristigen großflächigen Erhalt seltener Ackerwildkräuter stellen die produktionsintegrierten Kompensationsmaßnahmen eine große Chance dar, da über diese Projekte extensive Bewirtschaftungsformen großflächig ermöglicht und deren ordnungsgemäße Betreuung und Umsetzung durch Landwirte dauerhaft finanziert werden.

 

Projektarbeit: 1. Saatgut wird naturraumspezifisch und naturverträglich im Sommer gesammelt...

Projektarbeit: 1. Saatgut wird aturraumspezifisch und naturverträglich im Sommer gesammelt…

2. ...anschließend in Beeten zur Vermehrung artenrein ausgesät...

2. …anschließend in Beeten zur Vermehrung artenrein ausgesät…

3. ...und geerntet. Danach wird das Saatgut in der Region auf geeigneten, extensiv bewirtschafteten Äckern ausgebracht. Die Entwicklung der Fläche wird beobachtet und dokumentiert.

3. …und geerntet. Danach wird das Saatgut in der Region auf geeigneten, extensiv bewirtschafteten Äckern ausgebracht. Die Entwicklung der Fläche wird beobachtet und dokumentiert.

Inzwischen werden in allen vier Naturräumen des Rheinlandes in NRW seltene Ackerwildkräuter vermehrt:
Naturraum I: Niederrheinisches Tiefland pdfSaatplan Haus Riswick 2013.pdf
Naturraum II: Niederrheinische Bucht pdfSaatplan Wesseling 2013.pdf
Naturraum V: Eifel (mit Siebengebirge) pdfSaatplan Kommern 2013.pdf
Naturraum VIa: Bergisches Land pdfSaatplan Lindlar 2013.pdf
Bei der Suche nach seltenen Ackerwildkräutern im Naturraum I wurden wir freundlich von der NABU-Naturschutzstation Kleve unterstützt.

 

Wenn man die Blüten herumdreht, ist gut erkennbar, warum Consolida regalis (Acker-Rittersporn) auch Delphinium consolida genannt wird.

Wenn man die Blüten herumdreht, ist gut erkennbar, warum Consolida regalis (Acker-Rittersporn) auch Delphinium consolida genannt wird.

Strategie des Acker-Hahnenfußes (Ranunculus arvensis): Der Samen kann sich im Fell von Tieren (z. B. Schafen) verhaken und sich auf diese Weise ausbreiten.

Strategie des Acker-Hahnenfußes (Ranunculus arvensis): Der Samen kann sich im Fell von Tieren (z. B. Schafen) verhaken und sich auf diese Weise ausbreiten.

Tobias Marchand (Mitte), damaliger Geschäftsführer der Bayer CropScience Deutschland GmbH, informierte sich im Rahmen der Grünen Woche 2011 bei Friedhelm Decker (2. v. r.), Vor- standsvorsitzender der Stiftung und bei Prof. em. Dr. Wolfgang Schumacher (2. v. l.), stellv. Vorstandsvorsitzender der Stiftung, über den Stand des Projektes zum Schutz der bedrohten Ackerwildkräuter. Mit im Gespräch waren: Prof. Dr. Karl-Heinz Erdmann (l.), Vorstandsmitglied der Stiftung und Thomas Muchow, Geschäftsführer der Stiftung.

Tobias Marchand (Mitte), damaliger Geschäftsführer der Bayer CropScience Deutschland GmbH, informierte sich im Rahmen der Grünen Woche 2011 bei Friedhelm Decker (2. v. r.), Vorstandsvorsitzender der Stiftung und bei Prof. em. Dr. Wolfgang Schumacher (2. v. l.), stellv. Vorstandsvorsitzender der Stiftung, über den Stand des Projektes zum Schutz der bedrohten Ackerwildkräuter. Mit im Gespräch waren: Prof. Dr. Karl-Heinz Erdmann (l.), Vorstandsmitglied der Stiftung und Thomas Muchow, Geschäftsführer der Stiftung.

 

 
Dr. Helmut Schramm (rechts), Geschäftsführer der Bayer CropScience Deutschland GmbH, informierte sich im Rahmen der Grünen Woche 2012 am Stand der Stiftung bei Friedhelm Decker, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, und bei Birgit Lind, Projektleiterin der Stiftung, über den Stand des Projektes zum Schutz der bedrohten Ackerwildkräuter.

Dr. Helmut Schramm (rechts), Geschäftsführer der Bayer CropScience Deutschland GmbH, informierte sich im Rahmen der Grünen Woche 2012 am Stand der Stiftung bei Friedhelm
Decker, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, und bei Birgit Lind, Projektleiterin der Stiftung, über den Stand des Projektes zum Schutz der bedrohten Ackerwildkräuter.

Die Freude auf der Internationalen Grünen Woche 2013 über das erfolgreiche Projekt ist allen anzusehen: Von links: Dr. Helmut Schramm, Geschäftsführer der Bayer CropScience Deutschland GmbH, Liam Condon, Vorstands- vorsitzender bei Bayer CropScience, Aline Foschepoth, Stiftung Rheinische Kulturlandschaft, Steffen Pingen, Mitglied des Stiftungsrates der Deutschen Stiftung Kultur- landschaft, sowie Bernd Naaf, Leiter der Region Europa, Naher Osten und Afrika bei Bayer CropScience am Stand der Stiftung. Foto: Bayer CropScience AG

Die Freude auf der Internationalen Grünen Woche 2013 über das erfolgreiche Projekt ist allen anzusehen: Von links: Dr. Helmut Schramm, Geschäftsführer der Bayer CropScience Deutschland GmbH, Liam Condon, Vorstandsvorsitzender bei Bayer CropScience, Aline Foschepoth, Stiftung Rheinische Kulturlandschaft, Steffen Pingen, Mitglied des Stiftungsrates der Deutschen Stiftung Kulturlandschaft, sowie Bernd Naaf, Leiter der Region Europa, Naher Osten und Afrika bei Bayer CropScience am Stand der Stiftung.
Foto: Bayer CropScience AG

 

Das Ackerwildkrautprojekt wird in den Nachhaltigkeitsberichten 2009, 2010 und 2011 der Bayer AG erwähnt.

pdf Bericht über die Arbeit im Projekt in der LZ Rheinland, Ausgabe 32/2011.pdf

pdf Interview über Ackerwildkrautschutz mit Prof. Dr. em. Wolfgang Schumacher in der LZ Rheinland, Ausgabe 32/2011.pdf

 

Blauer Gauchheil (Anagallis foemina)

Blauer Gauchheil (Anagallis foemina)

Ranken-Platterbse (Lathyrus aphaca)

Ranken-Platterbse (Lathyrus aphaca)

Acker-Steinsame (Buglossoides arvensis)

Acker-Steinsame (Buglossoides arvensis)

 

Acker-Rittersporn mit Hummel

Acker-Rittersporn (Consolida regalis) mit Hummel (Bombus sp.)