Eine Chance für das Niederwild und Insekten

(07.09.2021) Gestern stellten Vertreterinnen und Vertreter unserer Stiftung Rheinische Kulturlandschaft, des Kreises Wesel und der Kreisjägerschaft Wesel den aktuellen Umsetzungsstand im Projekt „Eine Chance für das Niederwild und Insekten“ in Wesel-Büderich vor. An einer Fläche von Landwirt Hermann Verweyen-Thenagels wurde stellvertretend für die 22 am Projekt teilnehmenden Landwirtinnen und Landwirte über die mehrjährigen Maßnahmenpakete berichtet. Diese bestehen aus der Anlage von Saumstreifen, Wildäckern, Hecken, Wildenergiepflanzen, Altgrasstreifen und Aussparungen bei der Mahd. Bisher wurden bereits mehr als 50 Naturschutzmaßnahmen auf ca. 15 ha umgesetzt. Ziel des Kooperationsprojektes ist es, das Aufkommen von Niederwild sowie von Insekten nachhaltig zu fördern.

Eine Chance für das Niederwild und Insekten ermöglichen (v.l.n.r.): Torsten Quinkenstein, Projektleiter Stiftung Rheinische Kulturlandschaft, Hermann Verweyen-Thenagels, Landwirt und Projektteilnehmer, Anna Sippel, Projektleiterin Kreis Wesel, Alfred Nimphius, Vorsitzender Kreisjägerschaft Wesel, Klaus Horstmann, Leiter Fachdienst Naturschutz Kreis Wesel, Friedhelm Decker, Vorstandsvorsitzender Stiftung Rheinische Kulturlandschaft, Ingo Brohl, Landrat Kreis Wesel, Markus Reinders, stv. Geschäftsführer Stiftung Rheinische Kulturlandschaft

So führt Friedhelm Decker, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft in die Thematik ein: “Das Projekt ist auf Zusammenarbeit ausgelegt. In Kooperation mit reviervertrauten Jägerinnen und Jägern, naturverbundenen Flächeneigentümerinnen und- eigentümern sowie den ortsansässigen Landwirtinnen und Landwirten soll dem Rückgang der Niederwildarten wie Rebhuhn, Fasan und Feldhase entgegengewirkt werden. Im Sinne eines kooperativen Naturschutzes legen der Kreis Wesel, die Kreisjägerschaft und unsere Stiftung Rheinische Kulturlandschaft besonderen Wert darauf, dass sich die geförderten Maßnahmen in die Abläufe der landwirtschaftlichen Betriebe integrieren lassen und einen ökologischen Mehrwert aufweisen.


Der Kreis Wesel finanziert das Projekt durch Ersatzgelder, die ausschließlich für Maßnahmen zur Entwicklung der Landschaft zur Verfügung stehen. Für Landrat Ingo Brohl steht fest: „Blühstreifen und Wildäcker sind wichtige Lebensräume, Rückzugsorte, Brutstätten und Nahrungshabitate für Insekten, Vögel und Niederwild. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Biodiversität in der Kulturlandschaft des Kreises Wesel und ihrer nachhaltigen Nutzungsfähigkeit.“

Durch die Ortskenntnis der Kreisjägerschaft werden passende Lebensräume für das Niederwild ausgewählt und der Kontakt zu Jägerinnen und Jägern hergestellt, die in ihren Revieren die Lebensbedingungen für das Niederwild verbessern möchten. Alfred Nimphius, Vorsitzender der Kreisjägerschaft, ergänzt: „Der ökologische Mehrwert der Maßnahmen liegt auf der Hand. Wir freuen uns, dass mit diesem Projekt dem Rückgang der Niederwildarten wie Rebhuhn, Fasan und Feldhase nachhaltig entgegengewirkt wird. Denn mit einem erhöhten Angebot an kleinteiligen Strukturen verbessern sich nicht nur deren Lebensbedingungen, sie bieten auch idealen Lebensraum für Wildtiere, Insekten und Wildpflanzen.“


Im Rahmen des Projektes werden biodiversitätsfördernde Bewirtschaftungsverträge auf freiwilliger Basis mit Flächenbesitzerinnen und –besitzern abgeschlossen. Es wird zertifiziertes Regiosaatgut genutzt, welches bei Vertragsabschluss an die Bewirtschaftenden zur Aussaat geliefert wird. Als Ansprechpartner für eine individuelle Beratung steht Projektleiter Torsten Quinkenstein von der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft zur Verfügung. Seitens des Kreises Wesel ist Anna Sippel von der Unteren Naturschutzbehörde als zuständige Sachbearbeiterin für die verwaltungstechnische Administration zuständig. Für den anstehenden Herbst und das kommende Frühjahr sind bereits weitere Naturschutzmaßnahmen zur Förderung des Niederwildes und Insekten in der Planung.