Naturschutzberatung für rheinische Obstbauern

In Zusammenarbeit mit dem Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer hat die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft ein Projekt zur „Naturschutzberatung für rheinische Obstbauern“ ins Leben gerufen.

Greifvogelansitzstange

So kann beispielsweise ein hohes Aufkommen von Mäusen im Bestand Ertragsverluste verursachen. Die Gegenwart einer ausreichenden Zahl geeigneter Bestäuber, etwa Wildbienen, kann dagegen den Ertrag sichern oder sogar deutlich steigern.

Das Vorhandensein weiterer „Nützlinge“, z. B. Schlupfwespen oder Marienkäfer, kann wiederum regulierend auf den Krankheits- und Schädlingsbefall wirken.

Ziel des Projektes ist es, die biologische Vielfalt in rheinischen Obstbaubetrieben zu fördern.

Obstbaukulturen stellen im Rheinland nicht nur eine Bereicherung des Landschaftsbildes dar, sondern bieten auch für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten einen unverzichtbaren Lebensraum.

Hierbei kommt es zu gegenseitigen Wechselwirkungen mit unterschiedlichen positiven und negativen Effekten auf die Obstkulturen und deren Erträge.

 

Selbstgebaute Insektennisthilfe

                                  Selbstgebaute Insektennisthilfe

 
Lesesteinhaufen bieten wärmeliebenden Arten einen geeigneten Unterschlupf.

Lesesteinhaufen bieten wärmeliebenden Arten einen geeigneten Unterschlupf.

Eine gezielte einzelbetriebliche Beratung unter Berücksichtigung ökologischer und ökonomischer Aspekte soll interessierte Obstbauern dabei unterstützen, Naturschutzmaßnahmen sinnvoll in ihre Betriebe zu integrieren.

So wurden seit Projektstart insgesamt 25 rheinische Obstbaubetriebe einzelbetrieblich beraten. Dabei konnten individuelle Vorschläge zur Umsetzung einzelner Maßnahmen gemacht und zusammen mit Informationsmaterial in einem betriebsindividuellen Maßnahmenkonzept gebündelt und dem Obstbaubetrieb zur Verfügung gestellt werden.

Des Weiteren werden für interessierte Obstbaubetriebe offene Gruppenberatungen auf unterschiedlichen Betrieben im Rheinland angeboten. Hier wurden bereits in anschaulicher Art und Weise Naturschutzmaßnahmen umgesetzt, sodass sich die teilnehmenden Praktiker über die Umsetzung dieser ein eigenes Bild machen können. Im direkten Austausch mit den entsprechenden Betriebsleitern sowie der Projektleiterin der Stiftung können direkte Fragen zur Maßnahme an sich sowie zur Umsetzung im gemeinsamen Austausch beantwortet werden.

 „Ein Schild sagt mehr als tausend Worte“

Für die Öffentlichkeitsarbeit der Betriebe werden individuelle Feldrandschilder entwickelt und kostenlos an die im Projekt teilnehmenden Obstbaubetriebe verteilt. An Rändern von Obstanlagen machen Sie Interessierte auf ihre umgesetzten Naturschutzmaßnahmen und ihr Engagement zur Förderung der Biodiversität aufmerksam.

„Das Projekt macht Schule“

Um die Inhalte des Projektes breit zu streuen und sich über die Akzeptanz der Maßnahmen im Einzelnen auch mit der nachfolgenden Generation auszutauschen, wurde das Projekt Berufsschülern im dritten Lehrjahr der Fachrichtung Gärtner vorgestellt und diskutiert. Die sehr positive Resonanz der Schüler und Lehrer unterstützt unser Vorhaben weitere Unterrichtseinheiten in verschiedenen Berufsschulen des Rheinlandes anzubieten, die für das Thema „Förderung der Biodiversität im Obstbau“ sensibilisieren sollen.

 

 

Im Projekt entwickelte Informationsblätter:

 

 

 

 


 

Auszeichnung als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt

 

Broschüre zur Nationalen Strategie

Die Naturschutzberatung für rheinische Obstbauern wurde am 20. Januar 2016 auf dem Zukunftsforum Ländliche Entwicklung in Berlin als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt gewürdigt. Die Ehrung wird an Projekte verliehen, die sich in nachahmenswerter Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzen.

 

 

landgard-svgDie Landgard-Stiftung unterstützt die Projektdurchführung finanziell von Sommer 2013 – 2017.

 

 

logoprovinzialverband

 

 

Das Projekt wird zusammen mit dem Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer e.V. durchgeführt.

 

 

Ansprechpartner bei der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft sind:
Meike Höller, Fon 0 22 8-90 90 72-31
Aline Foschepoth, Fon 0 22 8-90 90 72-16