Lernort Obsthof – Berufsschule aktiv

Gerade Obstbaukulturen wie Äpfel, Birnen und Kirschen sind auf Bestäuber angewiesen, da diese durch die Bestäubung der Blüten einen großen Einfluss auf den ökonomischen Erfolg eines Betriebes haben. Einem idealen Lebensraum für Wildbienen, aber auch vieler weiterer Nützlinge kommt im Obstbau daher eine besondere Bedeutung zu.

 

Für die zukünftige Generation von Obstbäuerinnen und Obstbauern ist es deshalb wichtig, Naturschutzmaßnahmen in der obstbaulichen Praxis kennenzulernen.

Bildung für nachhaltige Entwicklung zum Schutz und Erhalt der biologischen Vielfalt wird gerade auch im Zuge von Klimaveränderungen und dem Insektenrückgang immer wichtiger.

Das Projekt „Lernort Obsthof“ verfolgt dabei direkt mehrere Ziele:

  1. Zusatzqualifikation Streuobstschnittkurs
  2. Kennenlernen verschiedener Naturschutzmaßnahmen auf einem Obsthof
  3. Stärkung der Kommunikationsfähigkeit der Schüler/innen

1. Streuobstschnittkurs

Streuobstwiese mit Grünland
Streuobstwiese mit Grünland

Um den für die biologische Vielfalt bedeutsamen Lebensraum „Streuobstwiese“ langfristig erhalten zu können, ist die fachgerechte Pflege von alten Hochstämmen von zentraler Bedeutung.

Die Teilnehmer/innen lernen in Theorie und Praxis, dass der regelmäßige Schnitt von Jungbäumen das Wachstum sowie einen guten Fruchtertrag fördert und wie mit dem Auslichten in späteren Jahren eine gut beerntbare Baumkrone erhalten werden kann.

Durch die Teilnahme am Streuobstschnittkurs im Wachtberger Ländchen können die Schüler/innen eine zusätzliche Qualifikation für eine weitere zukünftige Erwerbs­möglichkeit erlangen.

2. Unterrichtstag auf einem Obsthof

Totholzhaufen mit Mauswieselkasten

Natur- und Artenschutzmaßnahmen im Obstbau erhalten und fördern die Artenvielfalt und lassen sich leicht umsetzen. Ein Totholzhaufen z. B. läßt sich leicht am Rande einer Obstanlage aufschichten und bietet vielen Lebewesen einen optimalen Lebensraum. In den integrierten Kasten ziehen mit Vorliebe Mauswiesel ein, die sich vorrangig von Wühlmäusen ernähren und deshalb gern gesehene Bewohner sind.

Das Kennenlernen verschiedener Naturschutzmaßnahmen direkt vor Ortauf einem Obstbaubetrieb steht für die Schüler/innen bei einer Exkursion auf dem Programm.

An fünf Stationen können sie sich intensiv mit folgenden Themen auseinander setzen:

  1. Nützlingsförderung
  2. Anlage von Blühstreifen
  3. Nistkästen
  4. Setzen von Blühsträuchern
  5. Totholzhaufen

3. Stärkung der Kommunikationsfähigkeit

Exkursion zum Obsthof

Obstbauern kommen während ihrer Arbeit mit unterschiedlichsten Personen in Kontakt: sie werden von Spaziergängern an der Obstanlage angesprochen, im Hofladen von Kunden oder auch von dem ein oder anderen Berufskollegen. Sie werden dabei immer wieder mit verschiedenen Aussagen zu Naturschutzmaßnahmen konfrontiert. Darauf souverän reagieren zu können lässt sich in Gesprächssituationen einüben.

Im zweiten Teil des Exkursionstages führen die zukünftigen Obstbauern/-bäuerinnen deshalb Rollenspiele durch, um ihre Kommunikationsfähigkeit zu stärken. Das klappt mit großem Engagement und neu erlerntem Fachwissen.


 

Im Schuljahr 2018/2019 nahmen Schüler/innen einer Oberstufe des Ausbildungsberufs Gärtner/in des Berufskollegs Bonn-Duisdorf zusammen mit ihren Lehrern am Projekt „Lernort Obsthof – Berufsschule aktiv“ teil.

Auch im Schuljahr 2019/2020 wird eine Obstbauklasse des Berufskollegs Bonn-Duisdorf die Gelegenheit haben, einen Streuobstkurs zu absolvieren und sich aktiv auf einem Obsthof über Naturschutzmaßnahmen weiterzubilden.

 

 

Das Projekt wird gefördert von:

Förderverein zur Aus- und Weiterbildung im Obstbau e. V.

 

Ansprechpartnerin bei der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft ist:

Anka Schmanke, Fon 0 22 8-90 90 72-92
oder a.schmanke@rheinische-kulturlandschaft.de