Alles auf Durchzug

Wandernde Vögel sind auf Ihrem Zug auf ein vielfältiges Angebot an Nahrung und Rastplätzen angewiesen, um ihre Energiereserven regelmäßig auffüllen zu können. Im Rahmen des Projekts „Alles auf Durchzug“ erarbeitet die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft in Kooperation mit der Nordrhein-Westfälischen Ornithologengesellschaft e. V. erstmals standardisierte Naturschutzmaßnahmen in der Agrarlandschaft zur Förderung dieser durchziehenden Arten. Dabei steht die praktische Umsetzung durch die Landwirtschaft sowie die Vermittlung von Wissen über Zugvögel in der Agrarlandschaft im Mittelpunkt des Projekts.

 

 

Hintergrund:

Die Vögel der Agrarlandschaft haben es heute schwer. Wo einst blühende Wiesen, lichte Äcker, verwilderte Säume und Hecken vielfältige Lebensräume boten, sind durch die intensive Bewirtschaftung unserer Kulturlandschaft heute viele Flächen weder zur Brut noch zur Nahrungsbeschaffung geeignet. Als Konsequenz sind die Bestände vieler Agrarvogelarten stark zurückgegangen.

Auch Zugvögel benötigen auf ihrem Durchzug ungestörte Rasthabitate und Nahrungsquellen und sind von der rückläufigen Verfügbarkeit geeigneter Flächen in den zugrelevanten Jahreszeiten intensiv beeinträchtigt.

 

 

Die zahlreichen etablierten Maßnahmen zur Förderung der Agrarvogelarten legen ihren Fokus in erster Linie auf die Begünstigung eines Bruterfolgs der Brutvögel. Im Rahmen des Projektes sollen Naturschutzmaßnahmen in der Agrarlandschaft anhand von Leitarten nun erstmals aus der Perspektive des Zugvogelschutzes betrachtet, bewertet und angepasst werden.

Braunkehlchen, Foto: Heiko Schmied
Kiebitze, Foto: Amelie Hassels
Stieglitze, Foto: Hans Glader

Ziele:

Ziel des Projektes ist die allgemeine Information und Sensibilisierung der Bevölkerung für den Schutz und Erhalt von ziehenden Vogelarten. Durch die Zusammenarbeit von Naturschutz und Landwirtschaft können Wissen und Erfahrungen beiderseits geteilt und insbesondere für Landbewirtschafter:innen eine ökologisch nachhaltige, artenfördernde und nicht weniger wirtschaftliche Praxis aufgezeigt werden.

Es werden Informationen zu ausgewählten Leitarten mit unterschiedlichen Lebensweisen gesammelt und anhand dessen unkomplizierte Naturschutzmaßnahmen für den Frühjahrs- und Herbstvogelzug in der Agrarlandschaft entwickelt und validiert. Dabei profitiert das Projekt von der wissenschaftlichen Expertise und langjährigen Erfahrung der Nordrhein-Westfälischen Ornithologengesellschaft im Vogelschutz.

 

Die standardisierten Maßnahmen sollen sowohl den Vögeln gute Bedingungen für ihre Rast anbieten, sich andererseits jedoch auch einfach in die landwirtschaftlichen Betriebsabläufe integrieren lassen. Dies wird insbesondere im Rahmen einer modellhaften Umsetzung der Maßnahmen in Zusammenarbeit mit Landbewirtschafter:innen in der Niederrheinischen Bucht überprüft.

Die publizierten Ergebnisse des Projektes, u. a. in Form eines Ratgebers mit ausführlichen Handlungsempfehlungen für die Zugvogelförderung, können zukünftig eine sinnvolle Ergänzung für die Naturschutzberatung auf landwirtschaftlichen Betrieben bieten.


Projektpartner:

Das Projekt wird gefördert von:


Ansprechpartnerin bei der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft ist:

Amelie Hassels, Fon 0 22 8 – 90 90 72 – 34 oder a.hassels@rheinische-kulturlandschaft.de

 

Titelbild: Sven Nekum