Lokal, regional, ganz egal?- Herkunft von Naturschutzsaatgut für Garten, Park und Landschaft

Vielen Akteurinnen und Akteuren, die Saatgut zu Naturschutzzwecken einsetzen, ist die Bedeutung der Saatgutherkunft nicht bewusst. So kann gut gemeintes Engagement unter Umständen sogar negative Auswirkungen auf die Vielfalt heimischer Pflanzen- und Tierarten haben. Vor diesem Hintergrund soll das bundesweite, sechsmonatige Projekt „Lokal, regional – ganz egal?!“ der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft möglichst viele relevante Nutzerinnen und Nutzer von Naturschutzsaatgut für diese Thematik sensibilisieren.

Die Aufklärungskampagne soll die verschiedenen Beteiligten zu einem reflektierten und naturschutzfachlich korrekten, jedoch zugleich umsetzungsorientierten Umgang mit verschiedenen Saatgutmischungen und deren Herkunftsqualitäten befähigen.

Hierzu wendet sich das Projekt an verschiedene Zielgruppen, die Einsaaten zu Naturschutzzwecken planen, veranlassen oder durchführen. Dies können beispielsweise Städte und Gemeinden, Planungsbüros Naturschutzinitiativen und –verbände oder Umsetzende von Naturschutzeinsaaten aus Wirtschaftsunternehmen, Landwirtschaft, Jagd, Imkerei, Familien- oder Bildungseinrichtungen sein.

Um diese unterschiedlichen Zielgruppen zu erreichen, stellt unsere Stiftung Rheinische Kulturlandschaft den Redaktionen von Magazinen und Zeitschriften für ihre Berichterstattung kostenfrei Artikel und Freianzeigen für die Online- und Printnutzung zur Verfügung.

Zusätzlich wird die direkte Umsetzung in der Praxis gefördert, indem zwei empfehlenswerte Saatgutmischungen für unterschiedliche Zwecke entwickelt werden:

Zum einen eine Mischung aus Kulturpflanzensaatgut einjähriger Arten, die bundesweit ohne die Gefahr von Florenverfälschungen eingesät werden kann. Zum anderen eine mehrjährige Regiosaatgut-Mischung zur Einsaat im Westdeutschen Tiefland (Regiosaatgut-Herkunftsregion 2).

Ziel des Projekts ist die Entwicklung und spätere Vermarktung der Kulturpflanzensaatgut-Mischung, die bedenkenlos ausgebracht werden kann, ohne eine Florenverfälschung herbeizuführen.

Beide Mischungen sollen auch trockentolerante Arten enthalten, um den zukünftig zu erwartenden klimatischen Bedingungen Rechnung zu tragen. Die Mischungen werden zudem so konzipiert, dass sie den Arten des Offenlandes, insbesondere Insekten und Vögeln, Lebensraum und Nahrungsgrundlage bieten.

Die Regiosaatgut-Mischung wird ab Frühjahr 2021 in Mindestmengen von 100 Saatguttütchen gezielt an Bildungseinrichtungen, Städte und Kommunen, Unternehmen und Privatpersonen für Kleinstflächeneinsaaten innerhalb der Regiosaatgut-Herkunftsregion 2 abgegeben. Die Kulturpflanzen-Mischung soll vorraussichtlich 2022 in 10-kg-Verpackungen in den Handel gebracht werden.

Unter „Saatgut für Naturschutzzwecke sinnvoll auswählen“  finden Sie Informationen, in welchen Bereichen welches Saatgut eingesetzt werden sollte und wo die Verwendung bestimmter, sogenannter „gebietseigener“ Herkünfte sogar gesetzlich vorgeschrieben ist. Außerdem finden Sie Hilfestellungen wie Ihnen eine Aussaat optimal gelingt sowie Informationen zu unserer Regio-Saatgutmischung.

 

Blühstreifen aus einer Wildpflanzenmischung
Blühstreifen mit einer Kulturpflanzenmischung (Foto N. Becker)

Ansprechpartnerin für das Projekt ist

Frau Nadine Becker, Fon 0 22 8 – 90 90 72-18, Mail n.becker@rheinische-kulturlandschaft.de


Das Projekt wird gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

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