Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Honigbiene und Wildbienen

Honigbienen, aber auch wilde Bienenarten und weitere blütenbesuchende Insekten wie Käfer, Schmetterlinge und Fliegen erfüllen wichtige Bestäuberleistungen. Honigbienen sind Nutztiere und werden von Imkern in Bienenstöcken zur Bestäubung von Nutzpflanzen sowie zur Produktion von Honig gehalten. Wildbienen und andere Bestäuber hingegen sind auf Lebensräume angewiesen, die je nach Art verschiedene Ressourcen für sie bereithalten. So müssen etwa für viele Wildbienen die passenden Nahrungspflanzen (Pollen, Nektar), Nistmaterialien und der richtige Niststandort in enger räumlicher Nähe vorhanden sein. Artenreiche Wildbienenbestände lassen sich langfristig daher nur in einer strukturreichen Landschaft mit unterschiedlichen Lebensräumen und einem vielfältigen sowie langdauernden Blütenangebot erhalten.

Zusammen sind sie stark

Für eine ausreichende Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen ist es nicht nur wichtig, eine entsprechende Anzahl bestäubender Individuen zu fördern, auch die Zahl verschiedener, zur Bestäubung beitragender Arten muss groß genug sein. Honigbienen sind Generalisten und können somit viele blühende Kulturpflanzen als Nahrungsquelle nutzen. Einige Wildbienenarten hingegen sind so spezialisiert, dass sie diese Nahrungsquellen nicht nutzen können. Ein vielfältiges Futterangebot bietet somit die beste Möglichkeit, viele verschiedene Bienenarten zu fördern.

Zum Verwechseln ähnlich, aber doch ganz anders

Einige Wildbienenarten, wie z. B. einige Sand- und Seidenbienen, sehen der Honigbiene auf den ersten Blick sehr ähnlich. Neben dem äußerlichen Erscheinungsbild haben Wild- und Honigbienen jedoch nicht viele Gemeinsamkeiten. Die meisten Wildbienen leben nicht in einem Staat und es gibt keine Königin. Bei den Honigbienen legt nur die Königin Eier. Ihr Nachwuchs sorgt sich um die kommende Generation. Im Gegensatz dazu legt bei den Wildbienen (mit Ausnahme der Hummeln und Furchen- bzw. Schmalbienen) jedes Weibchen eigene Eier, baut Brutzellen und versorgt die Nachkommen mit Pollen und Nektar. Hierzu sammelt es in seiner nur wenige Wochen dauernden Aktivitätszeit Nektar und Pollen. Bei den Honigbienen herrscht dagegen strenge Arbeitsteilung. Jedes Weibchen ist je nach Alter entweder für das Ausfliegen und Sammeln von Pollen oder Nektar, für das Füttern der Larven oder andere im Stock anfallende Arbeiten verantwortlich.

Erste Hilfe für Bienen

Einfache Maßnahmen können Wild- und Honigbienen effektiv fördern. Beide profitieren gleichermaßen von Blühflächen, z. B. im eigenen Garten oder am Ackerrand sowie in Form blütenreicher Wiesen und Weiden. Für eine möglichst lange Futterverfügbarkeit im Jahresverlauf ist es wichtig, möglichst artenreiche Blühmischungen mit Früh-, Mittel- und Spätblühern zu verwenden. Zudem sollte auf chemischen Pflanzenschutz auf und neben Blühflächen verzichtet werden.