Station 5

Natternkopf-Steinklee-Gesellschaft in Entwicklung | Heide mit seltenen Arten

Auf dieser Schutzfläche wird noch gearbeitet: Natternkopf (Echium vulgare), Steinklee (Melilotus sp.), Bitterkraut (Picris hieracioides) und Leinkraut (Linaria vulgaris) sollen sich hier noch einfinden und eine Natternkopf-Steinklee-Gesellschaft bilden. Bis dahin halten Wilde Möhre (Daucus carota) und Wilde Karde die Stellung.

Die Wilde Möhre ist oft an Wegrändern zu finden. Sie ist eine zweijährige Art, bildet also in ihrem ersten Lebensjahr nur Blätter und blüht erst im zweiten Jahr.
Foto: Olivier Pichard, CC BY-SA 3.0 / Wikimedia

Die weißen Blütendolden der Möhre blühen von Mai bis September. Oft ist in der Mitte dieses Blütenstandes eine einzelne dunkle Blüte zu sehen, die von Weitem aussieht wie ein Insekt. Dieses Schein-Insekt lockt echte Insekten wie z.B. Schwebfliegen an. Diese bestäuben die Blüten, während sie Pollen und Nektar sammeln.

Die feinen Fiederblätter der Wilden Möhre sind zudem ein Festessen für die Raupen des Schwalbenschwanzes. Dieser ist einer der größten Schmetterlinge in Deutschland, jedoch nur noch selten bei uns anzutreffen. Weitere Infos zum Schwalbenschwanz (Lepiforum e.V.).

Die Wilde Karde kann bis zu 2 m hoch werden. Die Blätter an ihren stachligen Stängeln sind verwachsen, sodass sich hier Regenwasser sammelt, das von Insekten und Vögeln genutzt werden kann.

Die Wilde Karde hat viele kleine Blüten, die in einem eiförmigen Blütenstand zusammenstehen. Als erstes blühen ab Juli die Blüten in der Mitte auf, sodass zu Beginn ein violetter Blütenring entsteht.

Die Wilde Karde (Dipsacus fullonum) ist eng mit der Weberkarde (Dipsacus sativus)  verwandt, die früher zum Aufrauen von Wollstoffen verwendet wurde, um die Stoffoberfläche besonders weich zu machen.

Das in NRW gefährdete Kreuzblümchen wird 5 bis 15 cm hoch. Seine Blüten sind blau bis violett gefärbt. Bild: Mentz und Ostenfeld 1917, Gemeinfrei / Wikimedia Commons

Direkt neben der Schutzfläche finden sich Bereiche mit Heide- und Magerwiesen-Arten, die typisch für nährstoffarme (also „magere“) und gleichzeitig saure Böden sind. Hier blüht im Herbst die Besenheide Calluna vulgaris und auch die selten gewordenen Arten Augentrost (Euphrasia officinalis) und das Gewöhnliche Kreuzblümchen (Polygala vulgaris) verstecken sich hier.

Noch ist diese Schutzzone in der Entwicklung. Doch auch jetzt schon finden sich hier einige früher typische, heute selten gewordene Arten der Dörfer.

Wo? Baugruppe Bergisches Land, bei Haus Nr. 63 (Haus aus Rhinschenschmidthausen)

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