Herbst-Schuppenlöwenzahn
(Scorzoneroides autumnalis)
Charakteristische Art der mesophilen Buchenwälder, daneben auch auf Bergwiesen vorkommend Art nährstoffreicher Grünlandgesellschaften und Zierrasen
Ökologie
Lebensweise
- Ausdauernde, überwinternd grüne Ganzrosetten- und Rhizompflanze
- Überwinterungsknospen nahe der Erdoberfläche (Hemikryptophyt)
- Bis 50 cm tief wurzelnde Pionierpflanze
Fortpflanzung
- Bestäubung durch Insekten und Selbstbestäubung
- Samenausbreitung durch Wind, Tritt, d. h. Verschleppung mit Erde, die an den Hufen von Weidetieren anhaftet
- Auch Zufallsausbreitung mit dem Futter sowie Menschenausbreitung als Kulturbegleiter
- Die Samen können im Boden über 5 Jahre keimfähig bleiben
Habitatansprüche / Lebensraum
- In Deutschland weit verbreitet und sehr häufig
- Wächst auf frischen bis mäßig frischen, nährstoff- (insbesondere stickstoff-)reichen, vorzugsweise kalkarmen, mehr oder weniger humosen, dichten Lehm- und Tonböden
- Kommt in nährstoffreichen Grünlandgesellschaften und Zierrasen, aber auch an Ruderalstellen, vor allem auf Trittflächen vor
- Gewisse Salztoleranz
- Halblichtpflanze

Verbreitungskarte

Wissenswertes
Der Herbst-Schuppenlöwenzahn ist ein üppiger Nektarlieferant, insbesondere für Falter. Seine Blüte erstreckt sich noch bis in den späten Herbst, wodurch er sich vom Echten Löwenzahn, der im Frühling blüht, unterscheiden lässt. Futterwert: mittel bis hoch
Gefährdung
- Rote Liste Deutschland: ungefährdet (Kategorie *)
- Umbruch von Grünland in Ackerland
Erforderliche Bewirtschaftung
- Extensive Bewirtschaftung in Verbindung mit keiner oder nur mäßiger Düngung
- Gute Schnitt- und Trittverträglichkeit (mehrere Schnitte im Jahr möglich)
Typische Begleitarten
Gewöhnliche Wiesen-Schafgarbe (Artengruppe Achillea millefolium agg.), Gewöhnliches Ruchgras (Anthoxanthum odoratum), Glatthafer (Arrhenatherum elatius), Spitz-Wegerich (Plantago lanceolata), Scharfer Hahnenfuß (Ranunculus acris), Gewöhnlicher Goldhafer (Trisetum flavescens)