G4 Altgrasstreifen/überjährige Streifen

Jährlich wechselnde Teilbereiche (5–10 %) einer Grünlandfläche, die ein Jahr lang nicht gemäht werden und auch über Winter stehenbleiben

Ziele und Wirkung

  • Abmilderung der negativen Mahd-Effekte
  • Begünstigung der Reproduktion von Kräuterarten
  • Bereitstellung von Nahrungsressourcen für z. B. Insekten
  • Sicherung von wertvollen Lebensräumen für viele Tierarten
  • Schaffung von Schutz-, Deckungs- und Rückzugsräumen – auch im Winter

Geeignete Standorte

  • Insbesondere innerhalb von großen Schlägen, isolierten oder intensiv genutzten Flächen oder in ausgeräumten Landschaften mit wenig mehrjährigen krautigen Zwischenstrukturen
  • Entlang von Schlagrändern an z. B. Gräben, Zäunen oder Böschungen
  • Extensiv genutzte Flächen oder mäßig wüchsige Wiesen
  • Für Offenlandarten sollte der Streifen nicht an gehölzdominierten Schlagrändern angelegt werden
  • Standorte mit Vorkommen von Problemarten (z. B. Acker-Kratzdistel, Riesen-Bärenklau, Jakobs-Kreuzkraut) sind eher ungeeignet

Umsetzung/Durchführung

Anlage:

  • Je nach Zielart und Standortbedingungen Anlage an Rändern oder innerhalb der Fläche
  • 5–10 % der Fläche als Streifen ungemäht stehenlassen (ein oder mehrere Streifen); auf Weiden können Teilbereiche eingezäunt werden
  • Streifen sollten 3–12 m breit und 35–50 m lang sein
  • Wirksamkeit wird durch mehrere Streifen und sinnvolle Verteilung der Streifen auf der Fläche erhöht (der Abstand zwischen den einzelnen Streifen sollte unter 30 m liegen, um Kleintieren Streifenwechsel zu ermöglichen)
  • Eine jährliche Seitwärts-Verschiebung der Streifen wird empfohlen, um eine Verbuschung zu verhindern
  • Frühestens nach 3–4 Jahren sollte auf der gleichen Stelle wieder ein Altgrasstreifen angelegt werden
  • Vor der Entfernung eines Altgrasstreifens sollte bereits ein neuer Streifen angelegt worden sein

Pflege:

  • Jährliches Mähen/Mulchen ist erforderlich, um die Grünlandvegetation zu erhalten und Verbuschung zu verhindern sowie nicht gegen die Auflagen der Mindestbewirtschaftung zu verstoßen
  • Mahdzeitpunkt frühestens ab Mitte Juni bzw. Mitte Juli in Abhängigkeit vom Brutgeschäft der Wiesenvögel
  • Bei Vorkommen von Problempflanzen sollte die Mahd oder der Schröpfschnitt vor deren Samenbildung erfolgen
  • Kein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Dünger

Achtung: Altgrasstreifen sollten jährlich gemäht werden, um nicht gegen Auflagen der Mindestbewirtschaftung von Dauergrünland zu verstoßen. Andernfalls kann eine Ausnahmegenehmigung bei der zuständigen Landwirtschafts-/Naturschutzbehörde beantragt werden.

Standzeit:

  • 1 Jahr an derselben Stelle; anschließend Verlagerung sinnvoll
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